Denkmal der Begegnung in Torgau

8. Mai – Erinnern heißt Verantwortung tragen

verfasst am 08.05.2026

Gedenken an das Kriegsende im Bewusstsein von Flucht, Vertreibung und Neubeginn

Der 8. Mai ist ein Tag von historischer Tiefe – ein Tag des Erinnerns, der Mahnung und der Verantwortung. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa ging nicht nur die Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus zu Ende, sondern auch eine Zeit unermesslichen Leids für Millionen Menschen.

Für die Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten markiert dieser Tag zugleich den Beginn von Flucht, Verlust der Heimat und einem oft jahrzehntelangen Ringen um Anerkennung, Integration und Identität. Das Gedenken an diesen Tag ist deshalb mehr als ein Blick zurück. Es ist ein Auftrag an uns alle, die Erinnerung wachzuhalten – an das, was war, und an das, was daraus erwachsen ist. Gerade die Erfahrungen von Vertreibung und Neuanfang zeigen, wie zerbrechlich Frieden ist und wie wertvoll Zusammenhalt, Rechtsstaatlichkeit und gegenseitiger Respekt sind.

Ein eindrückliches Symbol für das Ende des Krieges und die Hoffnung auf Frieden ist das Denkmal der Begegnung in Torgau. Es erinnert an den sogenannten „Handschlag an der Elbe“ am 25. April 1945, als sich amerikanische und sowjetische Soldaten erstmals begegneten. Dieser Moment steht sinnbildlich für das nahende Kriegsende – aber auch für die Ambivalenz der Nachkriegszeit, die für viele Deutsche in Ostmittel- und Osteuropa mit Vertreibung und Verlust verbunden war.

Gerade vor diesem Hintergrund mahnt der 8. Mai dazu, die unterschiedlichen Perspektiven der Geschichte nicht zu vergessen. Versöhnung kann nur gelingen, wenn Erinnerung vollständig ist – und dazu gehört auch das Schicksal der Millionen Vertriebenen und Aussiedler.

Unser Landesvorsitzender der Union der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten, Kai Hähner, bringt es auf den Punkt:
„Erinnerung darf nicht selektiv sein. Wer die Zukunft in Frieden gestalten will, muss auch das Leid derer anerkennen, die ihre Heimat verloren haben – und daraus die Verpflichtung ableiten, für Verständigung und Zusammenhalt einzustehen.“

Das Gedenken am 8. Mai ist deshalb nicht nur ein stiller Moment der Rückschau, sondern ein aktiver Beitrag zur Gestaltung unserer Gegenwart. Es fordert uns auf, wachsam zu bleiben, die Würde jedes Menschen zu schützen und die Lehren der Geschichte weiterzutragen – im Geist von Frieden, Freiheit und Verantwortung.

Foto: Privat